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Kirche als Raum für Lebensfragen:Jugendliche gestalten Karwoche

Bad Kreuznach. 25 Jugendliche und junge Erwachsene haben 3 Tage im Pfarrhaus neben der katholischen Kirche H. Kreuz gewohnt, gemeinsam Ostern gefeiert und die Gottesdienste der Kar- und Ostertage für die Gemeinde gestaltet.
26OsternJukiOsterfeuer Kirchenvorplatz
Datum:
9. Apr. 2026
Von:
Luisa Maurer

Die Kartage-WG gestaltet Kar- und Ostertage gemeinsam

Bad Kreuznach. 25 Jugendliche und junge Erwachsene haben 3 Tage im Pfarrhaus neben der katholischen Kirche H. Kreuz gewohnt, gemeinsam Ostern gefeiert und die Gottesdienste der Kar- und Ostertage für die Gemeinde gestaltet.

Schreibtische werden zur Seite geschoben, Kühlschränke gefüllt und viele junge Menschen betreten das Pfarrhaus in Hl. Kreuz mit Isomatten und Schlafsack. Es ist Gründonnerstag und die Mitarbeitenden räumen bereits zum fünften Mal ihre Büros, damit junge Menschen über Ostern ins Pfarrhaus einziehen können. Die Junge Kirche Bad Kreuznach veranstaltet mitten in der Innenstadt, gegenüber vom Hauptbahnhof im Lärm des normalen Alltags Kar- und Ostertage für Jugendliche und junge Erwachsene.

40 Zentimeter hohe Buchstaben werden auf einem riesigen Banner befestigt. Denn in diesem Jahr stehen Fragen im Fokus der Jugendlichen: Welche Träume habe ich im Leben? Wohin geht die Reise meines Lebens? Worauf höre ich? Was ruft mich heraus? Es sind Fragen, die stellvertretend für ihre aktuellen Lebensfragen stehen. Die Jugendlichen gestalteten die Tage gemeinsam unter dem Leitmotiv „Fragen des Lebens“. In einer Vorbereitungsgruppe legten sie das Thema selbst fest und entwickelten erste Ideen zur inhaltlichen Gestaltung. Begleitet wurden sie von Gemeindereferentin Viktoria Höhn, Pastoralreferentin Luisa Maurer, Diakon Mathias Kremer und Kooperator Patric Schützeichel.

Gemeinsame Gebetszeiten, Kreativworkshops und thematische Impulse boten dabei Raum, den eigenen Lebensfragen nachzuspüren. „Ostern mit Freunden und coolen Leuten zu feiern, hat mir noch einmal gezeigt, wie wertvoll Gemeinschaft sein kann“, resümiert eine Teilnehmerin. Auch die Gestaltung der drei Gottesdienste der Karwoche, war Teil des Programms. Ob mit den eigenen Instrumenten, bei den Lesungen oder auch bei der Gabenbereitung. „Jeder ist willkommen und kann seine Talente einbringen“, betont Gemeindereferentin Viktoria Höhn.

Die eindrucksvolle Beleuchtung der Kreuzkirche, eine Klanginstallation zur Karfreitags-Passion sowie Lesungen im Dialog waren dabei besondere Highlights. „Dass die österliche Botschaft aktuell ist und auch im Leben junger Menschen Relevanz hat, ist uns ein besonderes Anliegen“, erklärt Diakon Kremer den modernen Ansatz. In der Vorbereitung entstand zudem die Idee, den Kirchenraum mit von der Kirchenkuppel hängenden Bannern zu gestalten. Zentrale Lebensfragen wurden so unübersehbar, sprichwörtlich in den Raum gestellt. „Die Themen in unserem Leben nehmen oft einen großen Raum ein. Hier wollen wir als Kirche eine Stütze sein“, beschreibt Kooperator Patric Schützeichel den Zusammenhang.

Für die Kartage-WG bildete die Feier der Osternacht den Abschluss der gemeinsamen Erfahrung. Das Osterfeuer auf dem Bahnhofsvorplatz leitete hierbei in einen festlichen Abschlussgottesdienst über. Der Einzug in die nur mit Kerzen beleuchteten Kirche, die beeindruckende Osternacht-Liturgie und die musikalische Gestaltung berührten viele Besucherinnen und Besucher der vollbesetzten Kreuzkirche. In der Predigt betonte Pastoralreferentin Luisa Maurer: „Ostern heißt vielleicht, dass Begegnung miteinander möglich ist, auch wenn wir denken: Da geht nichts mehr, da ist ein toter Punkt in unserem Leben. Gerade dann dürfen wir auf Begegnung mit Mensch und Gott hoffen, auch im Tod.“ Gott mache uns frei von allen Fesseln, die uns daran hindern einander zu begegnen. Das wurde in einem Anspiel deutlich, in dem Maurer ihren Kollegen aus einem Seil befreite.

Die Kartage-WG hat das Füreinander auch zu schwierigen Themen und Fragen ernst genommen und gezeigt, dass Kirche für junge Menschen ein Ort sein kann, an dem Gemeinschaft und Glaube tragen. Am Ende der gemeinsamen Tage werden die Isomatten zusammengerollt und die Büros wiederhergestellt. Es geht für alle zurück in den Alltag. Die Fragen werden die Teilnehmenden noch weiter begleiten. „Denn Ostern heißt nicht, dass alle Fragen beantwortet sind. Sondern vielleicht, dass Gott in allen Fragen mit mir ist. Und das reicht erstmal. Denn dieser Gott gibt mir keine vorschnellen Antworten. Vielleicht kann ich nach und nach einige meiner Fragen beantworten.“, fasst Teilnehmer Ben die Tage für sich zusammen. Dabei werde die Gemeinschaft ihn weiter begleiten, die er hier erlebt habe. Und die schwappt über. In den Rückmeldungen der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher wird deutlich: Die Jugendlichen haben ein Beispiel gegeben, dass das Miteinander nicht nur für die eigene Gruppe gilt, sondern auch von der Offenheit für Andere lebt. Viele Teilnehmende der Kartage-WG wollen diese Erfahrung gerne im nächsten Jahr wiederholen.

Die Kartage-WG und Ostern 2026 in Bad Kreuznach

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